Weißraum ist zum Füllen da

Von einem künstlerischen Großprojekt, welches mich nicht nur glücklich macht.

“Weißraum ist zum Füllen da“, das ist nicht nur irgendein Satz, den man einfach so mal sagt. Dieser Satz ist in der Kreativbranche unter den minimalistisch sowie geschmacksgeprägten Designkonsorten ein Augenaufreißer, ein Grimassenziehen und mit einhergehender Dunkelheit geprägter Spruch, der oft leider Wirklichkeit wird.

Denn genau dann, wenn ein Designer, ein kreativer Mensch sein gesamtes mit CMYK-Farbe durchtränktes Herz in ein Projekt fließen lässt, sodass nicht nur Flyer oder ein paar bedruckte Papierfetzen gut aussehen, sondern diese auch Inhalte auf den Punkt bringen, kommunizierte Einfachheit kombinieren können mit visueller Komplexität, diese wiederum Inhaltliches mit Minimalismus verknüpfen – fernab von überladener Comic-Sans wütenden Schriftgeschwüren sowie pixeligen Bild-Urwäldern...


Dann entspricht das im Jahr 2021 einer Höchstleistung an Performing im grafischen sowie kommunikativen Bereich. Das sind unausgebremste Künstler*innen sowie Kreative.



Kurz gefasst: Weißräume sind für Kunden und Laien ein Dorn im Auge, denn für die wäre blöd gesagt auf einem kleinen Schnipsel Papier noch genug Platz für ein weiteres Bild, einem unschönen Störer oder einem weiteren Angebot, was sowieso keiner lesen will: Sozusagen der würdelose Viehtransporter im Designbereich – da passt noch was rein, drauf oder hin. Egal wie!


Jetzt aber bekommt dieser Satz "Weißraum ist zum Füllen da", dank diesem Großprojekt, eine ganz neue Bedeutung. Denn was gibt es schöneres für Künstler oder Designer, als eine komplett weiße und unberührte Fläche?


Eine ultimative Spielwiese aller Kreativen!




Und würdet ihr als Leser oder Leserinnen diese Familie, die mir dieses Projekt ermöglicht hat, dazu noch persönlich kennen, dann wüsstest ihr ganz genau mit welch ungezügelter Ironie ich mit diesem Spruch aus der Grafikerbranche spiele.

Denn diese vier Menschen sind das absolute Gegenteil von Maximalismus.

Sie sind eine minimalistische und sortierte Familie mit gutem Geschmack. Alles hat seinen Platz und es gibt viele weiße Wände bei ihnen, aber ohne diese 48 IKEA-Bilderrahmen in unterschiedlichen Größen, die einem leicht aufdringlich zu vermitteln versuchen, dass hier eine glückliche Familie lebt.

Nein, viel besser: Hier lebt eine glückliche Familie, mit der Neugier und dem Mut für neue Dinge. Dem Antrieb Projekte zur eigenen Sache zu machen und Menschen in ihr Leben zu lassen, als wären sie schon immer ein Teil der Familie gewesen.

Ich präsentiere euch mein verzögertes Weihnachtsgeschenk für meine beste Freundin, ihrem Mann und deren beiden Kinder: Meine Lieblingsmenschen, die nicht nur gut aussehen, sondern die Schönheit und Wärme auch tief in sich tragen und es immer wieder weiter an ihre Liebsten geben.

Es war mir eine große Ehre im Zentrum ihrer liebevollen Heimat, aus einst vielen Linien ein Gesamtwerk erschaffen zu dürfen, das deren Verbundenheit, Zusammenhalt, Stolz und die unverfälschte Liebe in voller Lebendigkeit nun lange widerspiegeln kann.

Wenn meine Kunst die Herzen anderer tief berühren darf, dann bin ich ganz bei mir angekommen. Danke dafür ihr Lieben!


Eure Lorena